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Mittwoch, 11. September 2013

Neues aus der Katzen-WG

Verden (ots) - Spiel- und Fütterungstipps für einen (attr)aktiven Tieralltag

Die Katze ist eine entspannte Gefährtin: Sie schenkt zärtliche Zuneigung und ruht bzw. schläft ca. 16 - 18 Stunden am Tag. Das klingt nach einem ruhigen WG-Leben. Aber in ihr steckt auch eine Jägerin, die in ihrem Alltag nach immer neuen Inspirationen sucht. Ob das Terrain ein Bauerhof oder eine Zweizimmerwohnung ist: Rund fünf bis sieben Stunden möchte sie für Katzen-Action reserviert halten. Da hilft es, ein Repertoire an Ideen zur Hand zu haben.

Fellpflege, Denksportaufgaben, Mobilitätstraining und Jagdspiele: Rund 220 Katzen leben im Mars Pet-Center in Verden in häuslicher Atmosphäre in Katzen-WGs zusammen und genießen ein vielseitiges Beschäftigungsprogramm. Dadurch werden sie gezielt in ihrer Entwicklung gefördert. Sensorische Fähigkeiten spielen eine ebenso wichtige Rolle, wie die Sozialisation der Tiere und die Erhaltung des Entdecker-Triebes. "Natürlich hat nicht jede Katze die gleichen Interessen", so Cornelia Ewering, Tierärztin und Ernährungsexpertin bei Tiernahrungshersteller Mars Petcare. "Das Wichtigste ist, dass sie genügend Impulse bekommen und körperlich und geistig fit bleiben. Dazu können Spiele ebenso genutzt werden wie die Zeit der Fellpflege und der Fütterung."

Einige der in der Katzen-WG getesteten, beliebten Angebote lassen sich auch zu Hause einfach umsetzen:

- Eroberungsobjekt Karton. Katzen lieben das Entdecken. Ein Karton
gefüllt mit geknülltem Zeitungspapier bietet - auch mal ohne den
menschlichen Spielpartner - Inspiration und reizt die Neugierde immer
wieder neu, vor allem wenn man leichte Variationen einbaut.

- Angelspiele. Reizvoll ist eine Schüssel mit Wasser, auf der
Papierfetzen schwimmen, die mit der Pfote gefangen werden. Bleibt die
Katze allein zu Hause, bietet sich eine trockene Variante an, wie z.
B. Spielzeuge, aus denen die Jäger Trockenfutter herausangeln können.

- Die Transportbox - neu entdeckt. Sie kann in Entdeckungstouren
eingebunden und damit aufgewertet werden. Kleine Brocken
Trockenfutter, zwischen Papier oder Spielzeug versteckt, bieten
Suchanreize. So verlieren gleichzeitig kleine Reisen in der Box ihren
anfänglichen Schrecken.

- Der Katzen-Parcours mit Karton-Tunnel, kleinen Hürden, Kratz- und
Kletterbaum fördert zusätzlich Beweglichkeit und Trittsicherheit.

- Streichholzschachtel, öffne Dich! Katzen wissen Denkaufgaben zu
schätzen. Neben im Handel erhältlichem Spielzeug kann auch eine
Streichholzschachtel von großem Interesse sein. Dazu die Schachtel
leeren, mit wenig Trockenfutter bestücken und verschließen. Die Katze
muss nun versuchen, die Schachtel zu öffnen. Und das kann sie!

- Nase nicht vergessen. Abwechslung für die Nase bieten Baldrian oder
Katzenminze. Sie sind als Sprays oder Kraut erhältlich, können in
kleine Säckchen gegeben, auf dem Kratzbaum oder auf Spielzeug
versprüht werden. Das sind interessante Duftnoten, die es zu erkunden
gilt.

Wenn die Mensch-Tier-WG gegen Abend zur Ruhe kommt, setzt die Entspannungsphase ein: Kuscheln, Kraulen, Streicheln. "Gemeinsame Aktivität und Entspannung sind für die Mensch-Tier-Beziehung fast wichtiger als das Füttern - aus der Sicht der Katze. Denn anders als bei Hunden gibt es keine Hierachie-Strukturen in der Fütterung," erklärt Cornelia Ewering. "Trockenfutter kann dabei zwar interessante Anreize liefern, sollte aber kontrolliert und im Rahmen der Fütterungsempfehlung gegeben werden, um das Körpergewicht im Auge zu behalten. Wir empfehlen, zwei Drittel der Energiezufuhr über Feucht- und ein Drittel über Trockenfutter anzubieten." Hilfestellung bietet der Online-Fütterungskalkulator unter www.whiskas.de/futterungsleitfaden.aspx.

Mittwoch, 4. September 2013

Kalte Nächte heizen die Hirschbrunft an!

Hamburg (ots) - Die ersten Lebkuchen und Zimtsterne im Supermarkt wollen uns den langsam beginnenden Herbst versüßen, doch der Sommer gibt sich noch nicht geschlagen: Es wird wieder wärmer! Warme Tage mit Grillwetter lassen jedoch die Emotionen auf dem Brunftplatz "abkühlen". Es gilt: "Je kälter die Nächte, desto höher ist die Kampfbereitschaft der Hirsche", erläutert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Bleibt das Wetter sommerlich-warm, gehen die Kontrahenten weniger leidenschaftlich in die Auseinandersetzung um die Gunst der Hirschkühe. "In diesem Jahr findet die Hirschbrunft wegen des kalten und schneereichen Frühjahres ohnehin später statt", sagt Baron Münchhausen. "Die Natur ist in diesem Jahr später aus dem Winterschlaf erwacht und auch der Nachwuchs beim Rotwild, die Kälber, wurden später gesetzt."

Trotzdem: Im Herbst geht das größte Landsäugetier Deutschlands keiner Rauferei aus dem Weg. Im Nordosten beginnt die Brunft tendenziell etwas früher als im Südwesten, was mit den klimatischen Bedingungen zusammenhängt. Die ersten Hirschrudel, in denen die Geweihträger friedlich gemeinsam den Sommer miteinander verbracht haben, lösen sich jetzt auf und aus guten "Kumpels" werden mit beginnender Brunft erbitterte Konkurrenten. Schuld sind die Hormone! Zur Paarungszeit im Herbst steigt der Testosteronspiegel bei Hirschen an und in den nächsten sechs Wochen geht es nur um eins: die Fortpflanzung!

Das Motto auf dem Brunftplatz heißt: Kräftemessen und den Gegner einschüchtern. Dabei geht es laut und derb zu. Die Hirsche wälzen sich in ihrem Urin um mit den darin enthaltenen Duftstoffen das Paarungsverhalten der Hirschkühe zu beeinflussen. Wer das Kahlwild - also die weiblichen Tiere - begatten darf, muss aber auch ein stattliches Geweih auf dem Kopf haben, mit dem sich der Gegner einschüchtern lässt. Doch Optik ist nicht alles: Es gibt auch ordentlich was auf die Ohren! Das Röhren soll die Konkurrenz erschauern lassen. Wer am lautesten über den Brunftplatz rufen kann, hat auch den mächtigsten Brustkorb, der als Resonanzkörper fungiert. Unüberhörbar dröhnt der tiefe, manchmal kurze und manchmal langgezogene Ruf durch die herbstlichen Wälder.

Am Ende gibt sich der Schwächere oft kampflos geschlagen und der Platzhirsch darf mit den Hirsch-Damen die nächste Generation zeugen und damit seine Gene weitergeben. "Ganz gleich wie das Wetter im Herbst wird, die Hirschbrunft ist immer ein beeindruckendes Schauspiel der Natur", sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen. "Ein Erlebnis der besonderen Art, das uns die Einzigartigkeit heimischer Wildtiere vor unserer Haustür nahe bringt."

Montag, 2. September 2013

"Mensch, Hund! Der Rasse-Wahn und seine Folgen"

Die Dokumentation "Mensch, Hund! Der Rasse-Wahn und seine Folgen" von Klaus Kastenholz taucht in die komplexe Welt des deutschen Rassehundewesens ein und forscht nach den Konsequenzen eines Schönheitswahns, der die Gesundheit beliebter Arten bedroht. "Das, was wir beim Mops und bei der französischen Bulldogge sehen, ist schon katastrophal. Schlimmer kann es eigentlich gar nicht werden", sagt der Hamburger Tierarzt Dirk Schrader im Film. Beim Mops müssen die Tiere oft erst einmal zur OP, denn durch die Zucht haben sie einen sehr kurzen Schädel bekommen. Ihr Gaumensegel ist aber für ein größeres Tier gedacht. Ärzte müssen das Gaumensegel verkürzen, damit das Tier richtig atmen kann, und es sich nicht mehr quält. Vor dem Operationssaal warten an diesem Tag noch ein Artgenosse, dem zu enge Nasenlöcher die Atmung erschweren, und eine französische Bulldogge, die an der Entzündung ihrer Augenfalten zu erblinden droht. Drei bis vier solcher Eingriffe musste Tierarzt Schrader früher pro Jahr vornehmen - heute seien es bis zu 400.

Im Rahmen von Wissenschaft am Donnerstag folgt im Anschluss, um 21.00 Uhr, eine Folge der Gesprächssendung "scobel" zum Thema "Dürfen wir Tiere töten?": Die Deutschen lieben ihre Haustiere. Doch bei den meisten endet die Tierliebe im Stall: 28 Millionen Schweine und 1,9 Millionen Rinder, die in Deutschland im Jahr gegessen werden, sprechen eine deutliche Sprache: Inzwischen mehren sich die Stimmen derer, die von der Würde des Tieres sprechen und ein dieser Würde entsprechendes Verhalten fordern. Wie lassen sich ein solches Recht des Tieres auf Würde und eine Tierethik begründen? 3sat-Moderator Gert Scobel diskutiert diese Aspekte mit der Tierschutzbeauftragten des Landes Hessen, Madeleine Martin, dem Direktor des Frankfurter Zoos, Manfred Niekisch, und mit der Philosophin Friedericke Schmitz aus Tübingen.

In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Jeweils um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.